Download

Download details

https://futurezone.at/netzpolitik/datenschutz-klage-oberster-gerichtshof-laesst-facebook-abblitzen/400520899

Der Oberste Gerichtshof hat durch den Senatspräsidenten Dr. Schramm als Vorsitzenden sowie die Hofräte Dr. Gitschthaler, Univ.-Prof. Dr. Kodek und Dr. Nowotny und die Hofrätin Dr. Faber als weitere Richter in der Rechtssache der klagenden Partei Mag. Maximilian Schrems, vertreten durch Dr. is Maria Windhager, Rechtsanwältin in Wien, gegen die beklagte Partei Facebook Ireland Limited, 4 Grand Canal Square, Dublin 2, Irland, vertreten durch Schönherr Rechtsanwälte GmbH m Wien, wegen Feststellung, Unterlassung und Vertragsabschluss sowie Auskunft und 500 EUR, über den Revisionsrekurs der beklagten Partei gegen den Beschluss des Oberlandesgerichts Wien als Rekursgericht vom 14. März 2019, GZ 11 R 24 /19h-65, womit der Beschluss des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien vom 9. Jänner 2019, GZ 3 Cg 52/14k-60, abgeändert wurde, in nichtöffentlicher Sitzung den Beschluss gefasst: Dem Revisionsrekurs wird nicht Folge gegeben. 2 6 Ob 91/19d Die beklagte Partei ist schuldig, der klagenden Partei binnen 14 Tagen die mit 2.040,48 EUR (darin 340,08 EUR USt) bestimmten Kosten des Revisionsrekursverfahrens zu ersetzen. B e g r ü n d u n g : Der Kläger hat aufgrund des Inkrafttretens der DSGVO und der Novellierung des DSG sowie der Änderung der Nutzungsbedingungen und weiterer allgemeiner Bedingungen der Beklagten sein Klagebegehren umfangreich „modifiziert“. Hinsichtlich des genauen Wortlauts des Begehrens wird auf die Entscheidung des Rekursgerichts verwiesen (§ 510 Abs 3 ZPO). Diese – als Klagsänderung qualifizierte – „Modifikation“ ließ das Rekursgericht in Abänderung der erstgerichtlichen Entscheidung zu. Der ordentliche Revisionsrekurs sei zulässig, weil Rechtsprechung zur Frage fehle, ob in Wien nach § 29 Abs 2 DSG ein anderes als das Landesgericht für Zivilrechtssachen Wien zuständig sein kann. Die Revisionsrekurswerberin macht im Wesentlichen geltend, dass für die Ansprüche des Klägers (mit Ausnahme des Schadenersatzanspruchs) keine Zuständigkeit der ordentlichen Gerichte gegeben sei, sondern vielmehr die Datenschutzbehörde zuständig wäre. Zudem sei das Handelsgericht Wien sachlich zuständig, weshalb die Klagsänderung unzulässig sei. Hierzu hat der Oberste Gerichtshof erwogen: Der Revisionsrekurs ist aus dem vom Rekursgericht angeführten Grund zulässig; er ist aber nicht berechtigt. Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 3 6 Ob 91/19d 1.1. Eine Klagsänderung im Sinne des § 235 ZPO liegt vor, wenn der Streitgegenstand geändert wird (RS0039388). Eine Klagsänderung liegt vor, wenn zumindest das Klagebegehren erweitert oder (abgesehen von den Fällen des § 235 Abs 4 ZPO) abgeändert wird oder wenn die klagebegründenden Tatsachen geändert werden (RS0039417; Klicka in Fasching/Konecny 3 III/1 § 235 ZPO Rz 14). Ob eine Klagsänderung vorliegt oder aber bloß eine Richtigstellung des Klagebegehrens ohne Änderung des Klagegrundes, hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab (RS0039388 [T3]). 1.2. Eine Klagsänderung ist immer dann zuzulassen, wenn sie einen zweiten Prozess erspart, ohne den ersten unbillig zu erschweren oder zu verzögern (RS0039428; RS0039518). 2.1. Zutreffend haben die Vorinstanzen die „Modifikation“ des Klagebegehrens als Klagsänderung beurteilt, weil der Kläger sein „modifiziertes“ Klagebegehren im Wesentlichen zusammengefasst aus einem Verstoß der geänderten Nutzungsbedingungen und der Datenrichtlinie der Beklagten gegen Bestimmungen der DSGVO ableitet und sich damit auf andere rechtserzeugende Tatsachen stützt. Der Kläger bringt etwa zum Klagebegehren 7 vor, er habe zu den geänderten Nutzungsbedingungen keine wirksame Zustimmung abgegeben, bezieht sich demnach auf einen Sachverhalt, der sich erst nach der ursprünglichen Klagseinbringung ereignet hat. Zutreffend hat das Rekursgericht auch darauf hingewiesen, dass die Voraussetzungen für die Zulassung der Klagsänderung hier schon allein deshalb erfüllt sind, weil das Erstgericht mit einer meritorischen Prüfung der ursprünglichen Begehren noch nicht begonnen hat und eine inhaltliche Beurteilung der Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 4 6 Ob 91/19d geänderten Begehren daher keinen prozessualen Mehraufwand erfordert. 2.2. Weil die Änderung („Modifikation“) des Begehrens des Klägers erst nach dem 25. 5. 2018 erfolgte, kommt ihm insoweit die Übergangsregelung des § 69 Abs 4 DSG, wonach die Zuständigkeit der Zivilgerichte für Verfahren, die am 25. 5. 2018 bei Gericht anhängig waren und im Rahmen des DSG 2000 eingeleitet wurden, fortbesteht, nicht zugute. Die Klagsänderung stellt vielmehr unter diesem Gesichtspunkt eine neue Klage dar, die auch einer eigenständigen zuständigkeitsrechtlichen Beurteilung zu unterziehen ist (vgl Klicka in Fasching/Konecny³ III/1 § 235 ZPO Rz 6). 3.1. Der Oberste Gerichtshof hat bereits in der Entscheidung 6 Ob 131/18k, unter Hinweis auf die herrschende Lehre (Leupold/Schrems in DatKomm [2018] Art 79 Rz 9, 31; Diregger, Handbuch Datenschutzrecht [2018] 907 ff; Martini in Paal/Pauly, DS-GVO BDSG² [2018] Art 79 DS-GVO Rz 16 f), ausgesprochen, der Löschungsanspruch (somit ein anderer als ein bloßer Schadenersatzanspruch) könne – unabhängig von der Übergangsbestimmung des § 69 Abs 4 DSG – auch im gerichtlichen Verfahren geltend gemacht werden, und zugleich darauf hingewiesen, dass dem § 29 Abs 1 DSG, der sich auf Schadenersatzansprüche bezieht, nicht entgegenstehe, weil sich diese Bestimmung auf Art 82 DSGVO beziehe, der wiederum als Ergänzung zum nationalen Schadenersatzrecht, als eine Art lex specialis eines datenschutzrechtlichen Schadenersatzrechts zu sehen sei. 3.2. Die gegen diese Auffassung ins Treffen geführten Argumente der Revisionsrekurswerberin sind nicht stichhaltig. Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 5 6 Ob 91/19d 3.3. Die Beklagte vermeint, Art 77 DSGVO gelte für Ansprüche genereller Natur (das seien solche, die ihrer Art nach keiner individuellen Rechtsdurchsetzung dienen, sondern der generellen datenschutzrechtlichen Überprüfung der Verarbeitung personenbezogener Daten) und Art 79 DSGVO gelte für Ansprüche individueller Natur (diese Ansprüche sollen es dem Betroffenen ermöglichen, seine individuelle Rechtsverletzung geltend zu machen), wobei der Kläger nur Ansprüche generellerer Natur geltend mache. 3.4. Der Kläger macht jedoch ausschließlich seine persönlichen, aus der DSGVO und dem DSG entspringenden, subjektiven Rechte geltend, wobei der Urteilsspruch schon nach dem Klagebegehren nur Wirkungen zwischen dem Kläger und der Beklagten entfalten soll. Wenngleich die ZPO keine Regeln über die subjektiven Grenzen der materiellen Rechtskraft enthält, ist in Lehre und Rechtsprechung unstrittig, dass eine gerichtliche Entscheidung grundsätzlich nur zwischen den Parteien wirkt und sich die Rechtskraft einer Entscheidung nur ausnahmsweise auch auf dritte Personen erstreckt (Rechberger/Simotta, Zivilprozessrecht 9 506 mwN). 4.1. Art 77 Abs 1 DSGVO lautet: „Jede betroffene Person hat unbeschadet eines anderweitigen verwaltungsrechtlichen oder gerichtlichen Rechtsbehelfs das Recht auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde, insbesondere in dem Mitgliedstaat ihres Aufenthaltsorts, ihres Arbeitsplatzes oder des Orts des mutmaßlichen Verstoßes, wenn die betroffene Person der Ansicht ist, dass die Verarbeitung der sie betreffenden personenbezogenen Daten gegen diese Verordnung verstößt.“ 4.2. Art 79 Abs 1 DSGVO lautet: „Jede betroffene Person hat unbeschadet eines verfügbaren Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 6 6 Ob 91/19d verwaltungsrechtlichen oder außergerichtlichen Rechtsbehelfs einschließlich des Rechts auf Beschwerde bei einer Aufsichtsbehörde gemäß Artikel 77 das Recht auf einen wirksamen gerichtlichen Rechtsbehelf, wenn sie der Ansicht ist, dass die ihr aufgrund dieser Verordnung zustehenden Rechte infolge einer nicht im Einklang mit dieser Verordnung stehenden Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten verletzt wurden.“ 4.3. Nach ErwGr 141 soll „[j]ede betroffene Person [...] das Recht haben, bei einer einzigen Aufsichtsbehörde insbesondere in dem Mitgliedstaat ihres gewöhnlichen Aufenthalts eine Beschwerde einzureichen und gemäß Artikel 47 der Charta einen wirksamen gerichtlichen Rechtsbehelf einzulegen, wenn sie sich in ihren Rechten gemäß dieser Verordnung verletzt sieht oder wenn die Aufsichtsbehörde auf eine Beschwerde hin nicht tätig wird, eine Beschwerde teilweise oder ganz abweist oder ablehnt oder nicht tätig wird, obwohl dies zum Schutz der Rechte der betroffenen Person notwendig ist.“ 4.4. In der Literatur wird die Doppelgleisigkeit der Rechtsschutzmöglichkeiten weitgehend bejaht (für Österreich Feiler/Forgó, EU-DSGVO Art 77 Rz 1; Jahnel in Krempelmeier/Staudinger/Wieser, Datenschutzrecht nach der DSGVO 43 ff). Demnach ist also nach Maßgabe der zitierten Bestimmungen das „One-Stop-Shop“-Prinzip gerade nicht (ausnahmslos) durchgehalten. 4.5. Im Gesetzgebungsprozess auf europäischer Ebene hat Österreich als einziger Staat gegen die Verabschiedung der DSGVO gestimmt, weil durch die Parallelität der Rechtsschutzmöglichkeiten die Gefahr von sich widersprechenden gerichtlichen E 7 6 Ob 91/19d Grundsatzes „res iudicata“ im Raum stehe (Nemitz in Ehmann/Selmayr, DS-GVO2 Art 79 Rz 8 FN 4). Gerade diese Episode der Gesetzwerdung spricht aber dafür, dass die DSGVO vom EU-Gesetzgeber gewollt eine Zweigleisigkeit des Rechtsschutzes normiert. In welchem Verhältnis Art 77, 78 und Art 79 zueinander stehen, regelt die DSGVO nicht (Nemitz in Ehmann/Selmayr, DS-GVO2 Art 79 Rz 8). 4.6. Daran ändern die Erläuterungen im Bericht des Verfassungsausschusses (ErläutAB 1761 BlgNR 25. GP 30: „Neue Klagen können bei den ordentlichen Gerichten [§ 5 Abs. 4 DSG 2000] ab dem 25. Mai 2018 generell nicht mehr eingebracht werden; stattdessen ist der Antrag an die Datenschutzbehörde zu richten.“ ) nichts, da einerseits dem Gesetzeswortlaut selbst der offenbar vom Gesetzgeber intendierte Ausschluss des Zivilrechtswegs nicht zu entnehmen ist (Jahnel in Krempelmeier/Staudinger/Wieser, Datenschutzrecht nach der DSGVO 43 f), andererseits die DSGVO unmittelbare Geltung hat und unmittelbar anwendbar ist, weshalb der DSGVO widersprechende nationale Regelungen infolge des Vorrangs des EU-Rechts unangewendet bleiben müssen (Selmayr/Ehmann in Ehmann/Selmayr, DS-GVO2 Einführung Rz 3 mwN). 4.7. Nach ständiger Rechtsprechung und herrschender Lehre ist aus Art 94 Abs 1 B-VG das Gebot abzuleiten, eine Angelegenheit zur Vollziehung entweder gänzlich den Gerichten oder den Verwaltungsbehörden zuzuweisen. Das Verbot von Parallelzuständigkeiten verpflichtet den Gesetzgeber dazu, objektiv erfassbare Kriterien für die Zuständigkeit des einen oder des anderen Vollzugsorgans aufzustellen. Zulässig ist es aber, einen Lebenssachverhalt in mehrere Aspekte aufzuspalten, dh es darf in ein und derselben Angelegenheit der Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 8 6 Ob 91/19d Verwaltungsbehörde die bescheidmäßige Feststellung des Vorliegens eines Tatbestandselements, dem Gericht dagegen die Feststellung des Vorliegens anderer Voraussetzungen übertragen werden. So waren etwa die Bestimmungen des ARHG, die dem Oberlandesgericht die Entscheidung über die Zulässigkeit einer Auslieferung aus dem Gesichtspunkt der subjektiven Rechte des Betroffenen, dem Justizminister die entsprechende Entscheidung unter dem Blickwinkel des Völkerrechts einräumten, zulässig (Khakzadeh-Leiler in Kneihs/Lienbacher, Rill-Schäfer-Kommentar Bundesverfassungsrecht [12. Lfg 2013] Art 94 Rz 26 und 30 ff mwN). 4.8. Das DSG 2000 sah in § 31 Abs 2 noch eine Abgrenzung und ausdrücklich keine Parallelzuständigkeit vor („Die Datenschutzbehörde erkennt weiters 9 6 Ob 91/19d dem Art 77 unmittelbar anwendbar sei und § 24 Abs 1 DSG einen zusätzlichen Rechtsbehelf normiere). 4.10. Dies könnte im vorliegenden Fall dafür sprechen, dass die vom Kläger geltend gemachten Feststellungsbegehren auch in einem Verfahren vor der Aufsichtsbehörde geltend gemacht werden könnten. Daraus ist aber für den Rechtsstandpunkt der Beklagten nichts zu gewinnen, weil dem EU-Recht auch Vorrang vor der Verfassung der Mitgliedstaaten zukommt. Dabei bedarf es im vorliegenden Fall keines Eingehens auf die Frage, ob das österreichische Verfassungsrecht einen integrationsfesten Kern aufweist (vgl Mayer/Kuscko-Staydlmayer/Stöger, Bundesverfassungsrecht 1 1 246/10), weil der Umstand, dass dem Kläger gegebenenfalls mehrere Rechtsschutzmöglichkeiten bei verschiedenen innerstaatlichen Stellen offenstehen, wobei jedoch jeweils eine nachprüfende Kontrolle der Entscheidung durch unabhängige Gerichte gewährleistet ist, jedenfalls keine Verletzung eines derartigen unverzichtbaren Kerns des österreichischen Verfassungsrechts darstellt. 5.1. Nach § 29 Abs 2 Satz 1 DSG ist für Klagen auf Schadenersatz in erster Instanz das mit der Ausübung der Gerichtsbarkeit in bürgerlichen Rechtssachen betraute Landesgericht zuständig, in dessen Sprengel der Kläger (Antragsteller) seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder Sitz hat. Den Erläuterungen ist nicht zu entnehmen, ob damit für Wien eine Eigenzuständigkeit des Landesgerichts für Zivilrechtssachen normiert wurde oder ob lediglich die sachliche Zuständigkeit an das funktionell zuständige Landesgericht verwiesen wurde. Die Formulierung in § 29 Abs 2 DSG ist ident mit der Formulierung in § 32 Abs 4 DSG 2000 und der im DSG 1978 ähnlich. Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 10 6 Ob 91/19d 5.2. Dohr/Pollirer/Weiss (DSG² § 32 Anm 9) gehen zwar einerseits offenbar von einer Eigenzuständigkeit des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien aus, andererseits soll aber das Handelsgericht Wien zuständig sein, wenn eine Klage nach dem UWG vorliegt. Die übrigen Kommentierungen gehen auf die Problematik nicht näher ein. Simotta (in Fasching/Konecny 3 § 50 JN Rz 12) scheint ebenfalls von einer Eigenzuständigkeit des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien auszugehen, da in der Kommentierung zu § 50 JN zwischen der Zuweisung einer Rechtssache an das „Landesgericht“ und an den „Gerichtshof erster Instanz“ unterschieden wird. 5.3. In Dohr/Pollirer/Weiss (DSG1 § 29 Anm 3) wird das Verhältnis zum Handelsgericht Wien thematisiert und eine Eigenzuständigkeit des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien angenommen. In der Novelle des DSG im Jahr 1988 BGBl 1988/223 wurde in § 29 Abs 2 DSG klargestellt, dass im Falle einer Arbeitsrechtssache eine Zuständigkeit des Arbeits- und Sozialgerichts gegeben ist. Anlässlich des DSG 2000 entfiel die Klarstellung. Weiterhin wurde jedoch angenommen, dass bei datenschutzrechtlichen Streitigkeiten, die aus einem Arbeitsverhältnis resultieren, die Arbeitsgerichte zuständig sind. Im Zuge der DSG-Novelle 2010 wurde daher von einer Klarstellung der Zuständigkeit der Arbeitsgerichte abgesehen (ErläutRV 472 BlgNR 24. GP 14; Mayer-Schönberger/Brandl/Kristoferitsch , Datenschutzgesetz³ 159 f). 5.4. Die §§ 1, 2, 3, 7 JN unterscheiden zwischen Landesgerichten und Handelsgerichten. Als Oberbegriff verwendet die JN den Begriff Gerichtshof erster Instanz (etwa in § 7a und § 50). So teilt etwa § 22 AtomG Rechtsstreitigkeiten dem Gerichtshof erster Instanz zu. § 617 Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 11 6 Ob 91/19d Abs 8 ZPO weist (mit dem identen Wortlaut wie § 29 DSG) Schiedsverfahren, in denen ein Verbraucher Partei ist, den Landesgerichten zu. Abs 9 leg cit begründet eine Zuständigkeit des Handelsgerichts, wenn eine Handelssache im Sinn des § 51 JN vorliegt. 5.5. Eine systematische Interpretation spricht daher für eine Eigenzuständigkeit des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien. Die JN unterscheidet eindeutig zwischen Landes- und Handelsgerichten und verwendet als Oberbegriff Gerichtshof erster Instanz. Auch in den Nebengesetzen wird auf diese Diktion zurückgegriffen. Ebenso stellen § 617 Abs 8 und 9 ZPO klar, dass zwischen dem die Gerichtsbarkeit in bürgerlichen Rechtssachen ausübenden Landesgericht und dem Handelsgericht ein Unterschied besteht. Für dieses Ergebnis spricht auch die historische Interpretation: Bei der DSG-Novelle 1988 wurde die Zuständigkeit der Arbeits- und Sozialgerichte für Datenschutzstreitigkeiten, die aus einem Arbeitsverhältnis resultieren, ausdrücklich ins Gesetz aufgenommen, ohne zugleich eine Zuständigkeit des Handesgerichts zu normieren. In den Erläuternden Bemerkungen wird dazu ausgeführt, es solle aus Anlass der Novellierung des Datenschutzgesetzes sichergestellt werden, dass auch in datenschutzrechtlichen Arbeitsrechtssachen die Zuständigkeit des Arbeits- und Sozialgerichts Wien anstelle des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien zum Tragen komme (Dohr/Pollirer/Weiss, DSG 482 ff). Hätte der Gesetzgeber damals eine Zuständigkeit des Handelsgerichts Wien begründen wollen, ist namentlich in Anbetracht des Umstands, dass die herrschende Auffassung damals eine Eigenzuständigkeit des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien annahm, davon auszugehen, dass er eine entsprechende Hinterlegt am 11.06.2019 - 13:54 12 6 Ob 91/19d Klarstellung getroffen hätte. In der Folge wurde vom Gesetzgeber bei Anpassungen des DSG der bisherige Wortlaut der Zuständigkeitsregelung übernommen, ohne in den Erläuternden Bemerkungen auf die Frage einer allfälligen Zuständigkeit des Handelsgerichts Wien einzugehen. Für einen diesbezüglichen Änderungswillen des Gesetzgebers fehlt damit jeder Hinweis. 5.6. Damit ging das Rekursgericht aber zutreffend von einer Eigenzuständigkeit des Landesgerichts für Zivilrechtssachen Wien aus. 6. Der angefochtene Beschluss erweist sich damit als frei von Rechtsirrtum, sodass dem unbegründeten Revisionsrekurs ein Erfolg zu versagen war. 7. Die Entscheidung über die Kosten des Revisionsrekursverfahrens gründet sich auf §§ 41, 50 ZPO. Der Streit über die Zulässigkeit der Klagsänderung stellt einen selbständigen Zwischenstreit dar, über den eine gesonderte Kostenentscheidung zu ergehen hatte. Oberster Gerichtshof, Wien, am 23. Mai 2019 Dr. S c h r a m m Elektronische Ausfertigung

.

You have no rights to post comments

** WISSEN IST MACHT ***
MY BTC: 1C3zQ6oiekMsZWfr9qd56TfReE7Q7mmTnV
MY ETH: 0x1b7588f7cb3d8d71a1719c1bcd8b4ecccc46f90a 

Latest Comments

  • Draper: Regierungen sollen nicht versuchen sich mit Bitcoin zu messen

    20.01.2020 09:10
    Tim Draper sendet einen offenen Brief an Premierminister Modi und die indische Regierung. Der 1.027 Worte umfassende Brief, der am Mittwoch veröffentlicht wurde, vermittelt Drapers Formel, wie man den Wohlstand im Land fördern kann ohne dabei die ...
     
  • Warum wir Bitcoin brauchen: Globale Verschuldung erreicht Rekordhoch von $253 Billionen

    18.01.2020 11:03
    Wie von den Mainstream-Medien ausreichend berichtet: Die globale Verschuldung ist über das hinausgewachsen, was früher für möglich gehalten wurde. Im Jahr 2019 stieg die Verschuldung der USA und des größten Teils der Welt so schnell wie nie zuvor seit ...
     
  • Analyst: Der Bitcoin-Preis könnte bis Mitte 2021 auf $50.000 ansteigen

    18.01.2020 08:33
    JOJOJO .. Seit Bitcoin (BTC) im Dezember 2017 zum ersten Mal $20.000 erreichte, fragen sich Analysten, wann die Kryptowährung ihren nächsten großen Preis-Meilenstein brechen wird. Der nächste Meilenstein ist wohl $40.000 oder $50.000. Bitcoin wird ...
     
  • Kanada gibt neue Krypto-Richtlinien heraus

    18.01.2020 08:20
    Die Canadian Securities [censored]istrators (CSA), die Dachorganisation kanadischer Wertpapierbehörden, hat am 16. Januar neue Richtlinien zu Regulierung von Bitcoin und anderen Kryptowährungen herausgegeben. Darin ging es zunächst darum, zu definieren ...
     
  • US-Börsenaufsicht warnt vor IEOs

    18.01.2020 08:18
    Die US-amerikanische Börsenaufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) warnt Anlegerinnen und Anleger vor einer Teilnahme an sogenannten Initial Exchange Offerings (IEOs). Bei einem IEO geht es – ganz wie bei dem Initial Coin Offering ...
     
  • JPMorgan-Zögling Kadena startet hybrides Blockchain-Netzwerk

    17.01.2020 06:01
    Kadena hat eine hybride Blockchain-Plattform gestartet, die als verbindende Schaltstelle zwischen anderen Netzwerken fungiert. Verschiedene Blockchains sollen künftig über das Kadena-Netzwerk zusammenlaufen und miteinander kommunizieren können. Danach ...
     
  • Wal bewegt $1,1 Milliarden in Bitcoin (BTC)! Es ist nicht das, wonach es aussieht…

    17.01.2020 04:45
    https://twitter.com/whale_alert Whale Alert ist ein Bot mit angeschlossenem Twitterkonto, der rund um die Uhr die Blockchains zahlreicher Kryptowährungen beobachtet und Alarm schlägt, sobald eine außergewöhnlich große Transaktion getätigt wurde.
     
  • Bitcoin Erfinder will nächste Woche Schlüssel zu Tulip Trust liefern

    14.01.2020 13:01
    Der Rechtsstreit zwischen dem vermeintlichen selbsternannten Bitcoin-Erfinder Craig Wright gegen die Erben von David Kleiman erstreckt sich über mehr als zwei Jahre. Wright wird von den Kleimans Erben beschuldigt, die Eigentumsrechte an den ursprünglich ...
     
  • Libra für die Welt

    14.01.2020 12:02
    as Krypto-Geld Bitcoin hat es nicht über ein Nischendasein hinausgeschafft und die Kursschwankungen sind weiterhin enorm. Die von Facebook und anderen Tech-Konzernen geplante Digitalwährung Libra dagegen könnte zur echten Alternative zu klassischen ...
     
  • Spektakulärer Museeumsraub in Dresden: Diebe fordern €9 Millionen in Bitcoin (BTC)!

    14.01.2020 02:24
    Nach dem Diebstahl kostbarer Juwelen aus dem “Grünen Gewölbe” in Dresden haben die angeblichen Diebe nun neun Millionen Euro in Bitcoin (BTC) für zwei der entwendeten Schätze verlangt. Am 25. November letzten Jahres brachen Diebe in das “Gründe Gewölbe” ...
     
  • Sie horten wieder: 60 Prozent der Bitcoins seit über einem Jahr nicht bewegt

    12.01.2020 20:16
    Die Zahl der Bitcoin-Münzen, die seit mehr als einem Jahr nicht mehr den Besitzer gewechselt haben, ist so hoch wie zuletzt im Jahr 2017. Diese Wiederkehr des Hortens deutet auf eine mögliche neue Preis-Rallye.
     
  • Rache für verlorene Bitcoins (BTC)? Gewaltverbrechen gegen Krypto-YouTuber

    12.01.2020 03:00
    Kyu-hoon Hwangin, ein bekannter koreanischer Krypto-YouTuber, ist in seinem Wohnhaus angegriffen worden. Er leitet eine umstrittene Firma für Krypto-Marketing. Kyu-hoon “Spunky” Hwang, ein erfolgreicher südkoreanischer Krypto-YouTuber mit knapp 60.000 ...
     
  • Juwelenraub Dresden: Brillanten aus Grünem Gewölbe angeblich im Darknet aufgetaucht

    11.01.2020 22:09
    Über einen Darknet-Chat sollen Unbekannte zwei Schmuckstücke aus dem spektakulären Juwelenraub in Dresden angeboten haben – ausgerechnet an die Firma, die mit der Überprüfung der Sicherheitsmaßnahmen im Grünen Gewölbe beauftragt sein soll. Rund sieben ...
     
  • Mindestens sechs Jahre für Darknet-Drogenhandel

    11.01.2020 07:27
    Mindestens sechs Jahre für Darknet-Drogenhandel Der 34-jährige Angeklagte vor dem Kreuznacher Landgericht erwägt ein vollumfängliches Geständnis – hat aber offenbar auch auf anderen Internet-Plattformen Drogenhandel betrieben.
     
  • IT-Experte„Das Darknet wird immer mehr zum Problem“

    10.01.2020 22:21
    Internetexperte Cornelius Granig aus Feldkirchen stellt am Dienstag sein neues Buch über das „Darknet“ vor. Nach dem Vortrag gibt es auch einen Live-Einstieg ins Darknet. Von Julia Primus | 17.00 Uhr, 10. Jänner 2020 Facebook Twitter Zu den Kommentaren ...
     
  • Mutmaßlich nordkoreanische Hacker nutzen Telegram zur Verbreitung von Schadsoftware

    10.01.2020 21:47
    Kaum eine Hacker-Organisation steht in Krypto-Kreisen mehr für das organisierte Verbrechen als Lazarus. Nun haben Cybersecurity-Experten von Kaspersky den Machenschaften der mutmaßlich aus Nordkorea stammenden Hackergruppe einen ganzen Bericht gewidmet.
     
  • Ethereum Kurs Prognose – Kommt jetzt der Crash?

    09.01.2020 02:21
    KEINER AUSSER BANKEN UND BROKER BRAUCHT ETH ;) es gehlrt auch nur banken Schließlich befindet sich Ethereum gerade in einem absteigenden Keil, wie man durch das absteigende Volumen bei absteigenden Preisen sehen kann. Dieser könnte seinen Tiefpunkt ...
     
  • NRW Justiz führt erste Auktion von bei Cyberkriminellen in Deutschland beschlagnahmten Bitcoin ...

    08.01.2020 05:32
    Köln. Zum ersten Mal versteigert die Justiz bei Cyberkriminellen beschlagnahmtes Vermögen der Kryptowährung Bitcoin. So sollen Bitcoins im Wert von zirka 600.000 Euro über das NRW-Portal "justiz-auktion.de" in Kürze an den Meistbietenden abgegeben ...
     
  • Samsungs Neon: Jetzt kommt der „künstliche Mensch“

    08.01.2020 05:08
    Auf sozialen Medien war das Projekt bereits hitzig diskutiert worden: Der neue „künstliche Mensch“ von Samsung. Am Dienstag stellte die Star Labs-Forschungsgruppe des südkoreanischen Unternehmens das Projekt mit dem Namen Neon nun auf der Consumer ...
     
  • Bitcoin: McAfee auf einmal Bitcoin‑Gegner?

    07.01.2020 19:46
    John McAfee, Gründer des gleichnamigen Software-Unternehmens, zählt zu den markantesten und gleichzeitig umstrittensten Persönlichkeiten in der Krypto-Community. Großes Aufsehen erregte er mit seiner Wette, dass der Bitcoin-Preis Ende 2020 bei ...
     
  • Der harte Kampf der Digital-Verbrechensjäger gegen Kinderpornos und Hassrede im Netz

    07.01.2020 19:45
    WER ALLES MACHEN WILL MACHT NICHTS RICHTIG ;) IHR VERSAGT BEI ALLEM! WENN MAN DIE STATISTIK UND EU DROGENBERICHT 2019 GLAUBEN SCHENKT ... Sie jagen Drogen- und Waffenhändler im Darknet, spüren Raubkopierern und Kinderschändern im Netz nach und suchen ...
     
  • Blockchain steht nun unter BaFin-Aufsicht

    07.01.2020 19:39
    Handel ohne BaFin-Lizenz strafbar In einem neuen Tatbestand des KWG wird nun die Verwahrung, die Verwaltung und die Sicherung von Kryptowerten oder privaten kryptografischen Schlüsseln, die dazu dienen, Kryptowerte zu halten, zu speichern oder zu ...
     
  • Bitcoin schwillt in wenigen Stunden um 7,6 Milliarden Dollar an: nur Spekulation oder Transfer von ...

    05.01.2020 15:45
    Nachdem bekannt wurde, dass US-Drohnenangriffe auf den Iran Qassam Suleimani getötet hatten – einen der Top-Generäle des Landes –, ist der Bitcoin-Preis dramatisch gestiegen. Viele begründen den plötzlichen Anstieg des Kaufdrucks damit, dass Menschen ...
     
  • Virigil Griffith auf Kaution freigelassen – 1 Millionen US-Dollar hinterlegt

    31.12.2019 14:58
    Es war ein langes hin und her, doch schließlich schaffte es die Verteidigung das Gericht zu überzeugen. Virigil Griffith kommt vorläufig frei und muss bis zum Abschluss seines Verfahrens nicht im Gefängnis bleiben. Die frohe Botschaft wurde gestern ...
     
  • Warum geht Youtube gegen Krypto-Kanäle vor? Ein Anwalt kommentiert die Situation

    28.12.2019 14:32
    Jake Chervinsky, ein Anwalt beim Ethereum-Start-up Compound Finance, hat sich nun in dieser Angelegenheit eingeschaltet. Er argumentiert, dass das Vorgehen wahrscheinlich etwas mit „potentiellen Verstößen gegen § 17(b) des Wertpapiergesetzes“ zu tun hat ...
     
  • Facebook Libra Effekt: Immer mehr Banken entwickeln eigene digitale Währung

    28.12.2019 14:24
    Die Zentralbanken, die ein CBDC entwickeln, sind die folgenden: Tunesische Zentralbank Volksbank von China Zentralbank der westafrikanischen Staaten Sveriges Riksbank (Schweden) Zentralbank von Venezuela Uruguayische Zentralbank Zentralbank der Republik ...
     
  • Bullischer Ausblick: Bitcoin für 3 Milliarden Dollar werden 2020 voraussichtlich geschürft

    22.12.2019 11:52
    2020 sollen BTC im Wert von 3 Milliarden Dollar gemined werden Experten prognostizieren, dass 2020 ein sehr erfolgreiches Jahr für die Bitcoin-Mining-Industrie sein wird. GSR prognostiziert, dass im nächsten Jahr weltweit BTC im Wert von rund 3 Mrd. $ ...
     
  • Libra lässt sich nicht beirren

    21.12.2019 19:33
    Libra lässt sich nicht beirren. Die Facebook-Tochter hält nach wie vor an ihren Plänen fest, eine eigene digitale Währung herauszugeben. Und das, obwohl die Unkenrufe in den letzten Monaten kaum zu überhören waren. Bei weltweiten Anhörungen wurden ...
     
  • Virtuelles Geld verwalten ganz leicht gemacht

    21.12.2019 19:19
    Er ist 19 und hat gerade seine erste App selbst entwickelt: Daniel Inderwies will die Verwaltung von Krypto-Währungen vereinfachen. Großrinderfeld. Über Geld redet man nur sehr ungern, über Geldgeschäfte noch viel weniger. Es ist ein sensibles Thema ...
     
  • Aus Gefängniszelle: Darkweb-Legende prognostiziert Bitcoin (BTC)-Preis, $100.000

    21.12.2019 10:46
    Der berüchtigte Darkweb-Pionier Ross Ulbricht schrieb einen sechsteiligen Blog-Eintrag, indem er minutiös darlegt, warum Bitcoin (BTC) bis 2021 auf über $100.000 hochschnellen könnte. Anfang 2011 gründete der Amerikaner Ross Ulbricht unter dem Pseudonym ...

wer startet heute noch eine webseite... o:O
Cookies make it easier for us to provide you with our services. With the usage of our services you permit us to use cookies.